Lernen

Systemisch orientierte Fachkraft Kindeswohlgefährdung

In den letzten Jahren wurden der Öffentlichkeit immer wieder erschreckende Fälle von Kindeswohlgefährdung bekannt. Dabei wurde nicht selten die Arbeit der verschiedenen Hilfeeinrichtungen und der Jugendämter kritisiert und häufig stehen am Ende einzelne Mitarbeiter_innen im Fokus der Kritik. Der Druck auf die Profis, die mit dem Thema Kindeswohl konfrontiert werden, ist gestiegen. Gleichzeitig werden die finanziellen Mittel immer knapper.

Im Juni 2005 wurde im Rahmen des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe (KICK) der § 8a SGB VIII verabschiedet. Hierin wurde der Schutzauftrag der Jugendämter und der Jugendhilfeträger gegenüber Kindern und Jugendlichen konkretisiert. Teil des § 8a ist die Einbeziehung einer "erfahrenen Fachkraft" zur Abschätzung einer Kindeswohlgefährdung. Seit dem 01.01.2013 ist das Kinderschutzgesetz in Kraft und weitere Berufsgruppen werden in die Verfahrensweisen eingebunden. Die Inhalte dieser Fortbildung sollen die Teilnehmer_innen befähigen, Risikoeinschätzungen durchzuführen. Dazu werden den Teilnehmer_innen auf der Basis systemischen Denkens und Handelns Fachinformationen und Methoden für einen professionellen Umgang mit dem Thema Kindeswohlgefährdung vermittelt.

Zielgruppe für die Fortbildung sind alle Fachleute, die im Sinne des § 8a SGB VIII tätig sind und darüber hinaus leitungsverantwortliche und am Thema interessierte Kolleg_innen.

Die dreitägigen Module sind wie folgt gegliedert:
Am ersten Fortbildungstag eines Moduls werden Basisaspekte des systemischen Denken und Handelns und systemische Methoden vermittelt. An dem zweiten Fortbildungstag eines Moduls werden die Themenkomplexe unter Mitwirkung von Fachreferent_innen bearbeitet. Am letzten Tag eines Moduls findet noch eine abschließende inhaltliche Einheit und die Supervision statt. In der Supervision haben die Teilnehmer_innen zum einen die Möglichkeit aktuelle Anliegen zu bearbeiten und zum anderen werden sie dort erlernte Methoden und Techniken üben.

Eine Zielgruppe dieser Fortbildung sind Mitarbeiter_innen, die die Position der "erfahrenen Fachkraft" in ihrem Träger übernehmen wollen / sollen. Um der allgemeinen Definition "erfahrende Fachkraft" der Jugendämter zu genügen, benötigen die entsprechenden Mitarbeiter_innen meistens eine Berufsausbildung wie Dipl.-Sozialpädagog_in, Dipl.-Psycholog_in, Ärzt_in und außerdem Erfahrung in der Arbeit mit traumatisierten Kindern und Problemfamilien.

Abweichend von diesen Voraussetzungen kann eine Teilnahme an der Fortbildung individuell in einem persönlichen Gespräch geklärt werden.

Seminare:
4 Module à 3 Tage
Seminarzeiten:
jeweils 9.00 - 16.00 Uhr
Referent_innen:
Dr. phil. Heike Schader (Kursleitung), Ergänzung der einzelnen Module durch Fachreferent_innen aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen
Veranstaltungsort:
PPSB-Hamburg
Diese Fortbildung ist auch als Inhouse-Veranstaltung buchbar.
Max. TN-Anzahl:
16
Abschluss:
Nach erfolgreichem Abschluss der Fortbildungsreihe wird ein Zertifikat des PPSB-Hamburg verliehen. Für einen erfolgreichen Abschluss müssen die Teilnehmer_innen drei Bedingungen erfüllen:
  • schriftliche Selbstreflektion (im Umfang von drei DIN A4-Seiten)
  • vertiefende Präsentation eines Aspektes im Zusammenhang von KWG (kann auch als Gemeinschaftsarbeit gemacht werden)
  • nicht mehr als 10 % Fehlzeiten (das Nachholen von Modulen ist möglich, sobald ein Folgekurs gestartet ist)
  • Einführung "Erfahrene Fachkraft", Rechtliche Einbindung der EFK
  • Das PPSB-Konzept
  • Praxisfelder einer erfahrenen Fachkraft
  • Systemische Methode "Dreiklang EFK" und Reflecting Team
  • Ressourcen und Belastungen
  • Beobachtung als zentrales Element im Kinderschutz
  • Einbindung von Kindern / Jugendlichen
  • Einführung KWG
  • Instrumente zur Risikoeinschätzung
  • Kinder mit großem Fürsorgeaufwand (0-3jährige, Kinder mit Behinderung)
  • Einbindung von Kindern / Jugendlichen
  • Soziale Systeme: Familie als System
  • Methode: Familienskizze als Analyseinstrument in der Risikoeinschätzung
  • Netzwerke
  • Dokumentation / GEsprächsstruktur
Besondere Familiendynamiken:
  • Konflikte auf Elternebene
  • Häusliche Gewalt und hochkonflikthafte Trennungen
  • Methode: Familienskizze als Analyseinstrument in der Risikoeinschätzung
  • Medizinische Möglichkeiten und Grenzen bei Verdacht auf KWG

Selbsterfahrung

  • Selbsterfahrung mit der Methode Systembrett
Besondere Familiendynamiken:
  • Kinder psychisch kranker Eltern
  • Methode: Systembrett als Analyseinstrument in der Risikoeinschätzung
Besondere Familiendynamiken:
  • Sucht
  • Methode: Systembrett als Analyseinstrument in der Risikoeinschätzung
Besondere Familiendynamiken:
  • Sexuelle Gewalt in Familien

Selbsterfahrung

  • Umgang mit dem Schrecken - Selbsterfahrung mit der Methode Familienskizzse
  • Skalierung
  • Methoden resümieren
  • Risikoberatung üben
  • Systemische Methoden üben
  • Vertiefung der Themen
  • Vertiefung der Themen
  • Stolpersteine und Fallen / Visionen
  • Abschluss

Preise (MwSt. befreit):

KWG 11 (16.11.2017 - 24.05.2018): 1.650 € zzgl. 180 € Anmeldegebühr

Der Betrag kann in 4 Raten überwiesen werden. Andere Absprachen sind gerne möglich.

Ermäßigung:

Kolleg_innen, die eine Langzeitfortbildung im PPSB-Hamburg absolviert haben, wird bei einer weiteren Fortbildung die Anmeldegebühr erlassen.

Fördermöglichkeit:

Für die Fortbildung "Systemisch orientierte Fachkraft Kindeswohlgefährdung" ist im Rahmen des Hamburger Weiterbildungsbonus eine Förderung möglich. Sprechen Sie uns dazu gerne an.

Terminplanung für den Kurs KWG 10 (24.11.2016 - 09.06.2017):
Terminplanung für den Kurs KWG 11 (16.11.2017 - 24.05.2018):