PPSB - HAMBURG

Was ist Qualität aus systemischer Sicht?

Liebe KollegInnen, liebe KundInnen wir möchten Ihnen einen Einblick geben in die Überlegungen, die wir uns an unserem Institut zur Qualität unseres Handelns machen.

Alle Aussagen sind von uns wie ein Versprechen gemeint, dass wir Ihnen geben und auf das wir uns selbst verpflichten. Diese Aussagen werden wir jährlich einmal überdenken und ggf. weiterentwickeln.

Über WAS denken wir WIE zum Thema Qualität?

Wir erzeugen Unterschiede um wahrzunehmen. Diese Unterschiede erzeugen wir in uns selbst und nutzen dazu unsere individuelle Struktur. Wahrnehmung als Grundlage für Kommunikation ist immer subjektiv. Sie kann mit anderen ähnlichen Wahrnehmungen verglichen und Unterschiede können verhandelt werden. Wir können uns dabei ein Gefühl von gemeinsamer Wahrnehmung „das sehen wir ganz genauso“ erarbeiten, sind uns jedoch sicher, nicht die gemeinsame Wahrheit, „den Stein der Weisen“, finden zu können.

Wir beobachten hilfreiche und weniger hilfreiche Unterscheidungsmöglichkeiten. Ebenso beobachten wir sehr stabile und flexible Aspekte unseres Handelns (Standards, sowie die Inhalte von Kommunikation, die Weiter- bzw. Neuentwicklung von Verfahren).

Der Qualiätprozess dient uns dazu mit den Anliegen der verschiedenen Systeme, die von unserer Arbeit berührt werden, konstruktiv und hilfreich umgehen zu können. Schlechte Qualität wäre somit, was in gemeinsamer Kommunikation als Basis für eine zufrieden-stellende Arbeit unzureichend erscheint.

Qualität zu diskutieren heißt auch eine Bewertung vorzunehmen und zu entscheiden, was als gute, nicht so gute oder schlechter Qualität wahrgenommen, festgelegt und damit letztendlich normiert wird.

Normen und Werte sind Kommunikationsergebnisse. Sie sind nicht stabil sondern verändern sich im Prozess der Kommunikation. Qualität muss kontinuierlich kommuniziert werden. Dazu kann sich das System Regeln geben, die den Kommunikationsprozess verlässlicher machen. Normen und Werte sind unverzichtbare Größen, die den Prozess, mit dem Ziel Qualität zu erzeugen, leiten sollten.

Wirklichkeit entsteht in Kommunikation als kooperative Konstruktion. Am PPSB sprechen wir vom Prozess der kooperativen Kommunikation, der soziale Wirklichkeit erzeugt. Das PPSB als Anbieter und die Kunden als Nutzer geben sich in diese rekursiv organisierte Kooperation ein. Beide entwickeln sich in diesem Prozess. Qualität steht also in engem Zusammenhang mit dem Inhalt von Kommunikation und der Art und Weise wie sie organisiert ist. Für uns sind folgende Leitfragen hilfreich:
  • Wer nimmt teil an der Kommunikation über Qualität?
  • Wer hat welchen Gewinn und Verlust in diesem Prozess zu erwarten?
  • Wer verfolgt welches Ziel in diesem Prozess?
  • Wer kann welche Entscheidung treffen?
  • Woran erkenne ich, dass ich mich aus diesem Prozess herausnehmen muss?

Kommunikation erzeugt Sinn / Sinnsuche erzeugt Kommunikation. Qualität ist für uns wichtig, weil wir mit der Beantwortung folgender Fragen Sinn erzeugen:
  • Wer sind wir, wie entwickeln wir uns, welchen Wert hat für uns das systemische Konzept/ Angebot?
  • Was bieten wir an, welche Erfahrungen haben wir damit gemacht?
  • Wie beziehen wir die Erfahrungen der Kunden und Kundinnen mit ein?
  • Wie lassen wir uns und durch wen prüfen?
  • Mit wem treffen wir Qualitätsvereinbarungen und wie oft wird dazu (weiter)verhandelt?
  • Welche gesellschaftliche Position beziehen wir zur Notsituation Hilfe suchender Menschen?

Entwicklung entsteht durch das Zusammenwirken von unterschiedlichen Potentialen innerhalb eines rekursiven Prozesses. Das PPSB unterscheidet drei Ebenen innerhalb des Qualitätsprozesses die sich wechselseitig befruchten sollten.
1. Ebene: Das Institut intern – alle LehrtherapeutInnen, DozentInnen, ReferentInnen, Angestellte im Organisationsbereich und in der Technik. Verein SyDen e.V. (alle PPSB Therapeuten) Freunde des Institutes FortbildungsteilnehmerInnen des PPSB
2. Ebene: Systemisch denkender und handelnder Kontext: Systemische Dachverbände, andere systemische Institute, systemisch organisierte Träger.
3. Ebene: Kunden und Kundinnen des PPSB, an systemischen Konzepten interessierte KollegInnen anderer Institute oder Bildungseinrichtungen, die sich die Kooperation mit dem PPSB vorstellen können.

Ergebnis: Die KollegInnen können sich auf ein Qualitätsversprechen einigen und werden dies in regelmäßigen Abständen überprüfen und weiter entwickeln.

Qualitätsmerkmale PPSB

PPSB intern:


LehrtherapeutInnen- und AssistentInnentreffen (6 mal im Jahr):
Ziel: Entwicklung und Controlling / Korrektur der Inhalte und Struktur der Fortbildungen:
  • Systemische Therapie/ Beratung sowie Systemische Supervision /Organisationsberatung
  • jährliches Controlling
  • kollegiale Supervision
  • Kursvorbereitung, –auswertung / -entwicklung

Systemische Therapie mit Kinder und Jugendlichen

  • AG systemische Therapie mit Kindern und Jugendlichen
  • Entwicklung der Kursinhalte,
  • Auswertung der Feedback Bögen,
  • AG der Systemischen Gesellschaft
  • Diskussion der Rahmenrichtlinien und Austausch zwischen den Instituten.

ReferentInnentreffen

  • halbjährlich mit allen ReferentInnen und LehrtherapeutInnen mit dem Ziel:
  • Angebotscontrolling und Entwicklung
  • Überprüfung der Arbeit (im life – setting)
  • Diskussion aktueller Entwicklungen in der Theorie
  • Verbandspolitik
  • Interne Fortbildung des Personals

In den Kursen

  • Feedback-Bögen der TN nach jedem Seminar (Dokumentation)
  • Feedback der LehrtherapeutInnen nach jedem Seminar (Dokumentation)
  • Jährliches Feedback in den Supervisionen - Anlass: SupervisorInnen-Wechsel - (Dialog)
  • Einzelgespräche mit den TN in der Mitte des Kursverlaufes - Feedback zu Entwicklung und Perspektive der TN - (Dokumentation)
  • Abschlussfeedback am Ende einer Fortbildung (offener Dialog)
  • Abschlussseminar - schriftlicher Abschlusskommentar der TN in Gruppen zum Kursverlauf und den LehrtherapeutInnen - (Dokumentation)
  • Sollten Krisengespräche erforderlich sein, so werden diese von einem unbeteiligten Lehrtherapeuten - keine Kursleitung - moderiert
  • Alle Lehrmaterialien / Inhalte müssen im LehrtherapeutInnen Kreis vorgestellt und diskutiert werden, bevor sie angewendet werden.
  • Alle life-Sequenzen müssen dokumentiert werden.
  • Nachhaltigkeitscontrolling durch Evaluation nach 2 Jahren und durch die Einrichtung eines Vereins für PPSB-TherapeutInnen und -SupervisorInnen ? SyDen e.V. (unsystematisch)
  • Verbindliche Standards in der Prozessgestaltung und in der Nutzung des Materials

PPSB-Verwaltung

  • Arbeitsplatzbeschreibung
  • Büro-Besetzung halbtags / Sprechzeiten
  • Schnelle Bearbeitung von Anfragen
  • Erledigung von Verwaltungsservice-Leistungen
  • Finanzverwaltung in Kooperation mit dem Steuerbüro
  • Werbung, Flyer, Broschüre
  • Außendarstellung durch hompage-Pflege, e-mail und Fax, schnelle Weiterleitung, gute aktuelle Informationen
  • Kontakt mit SG Zentrale in Berlin

PPSB extern:

  • garantierte Vertretung in der MV der SG >> Info ins Team
  • Zertifizierungsgremien der SG
    (Austausch wird gesucht – Aktualität gesichert)
    • LT Team schafft Grundlage für die Kompatibilität SG – PPSB
    • SG Rahmenrichtlinien sind einzuhalten.
  • Ausschuss Systemische Kinder und Jugendlichen Therapie
    Regelmäßige Teilnahme
    • Inhaltliche Weiterentwicklung
    • Materialien transparent halten
  • Veröffentlichungen in der Zeitschrift Betrifft Kinder (monatlich)
  • Weitere Veröffentlichungen: Bücher, Präsentationen aus Fortbildung, Archiv im PPSB
  • Kundenbefragung Supervision 90er Jahre
  • Verein SyDen als Feedback-System zu privatrechtlichem PPSB - Mitwirkung an der PPSB-Entwicklung durch Anbindung der ausgebildeten systemischen TherapeutInnen
  • PPSB und SyDen gemeinsame Tagungen
    • SyDen-Qualitätszirkel als Controlling-Instanz über PPSB-Qualität
    • Kommunikation mit anderen Instituten und deren ReferentInnen durch Einladungen und Vorträge
  • Qualifizierung der ReferentInnen, Anerkennung durch die SG
  • Besuch von Fortbildungen und Kongressen als ReferentIn und TeilnehmerIn